Folge 32 - Die Farbe des Goldes

Shownotes

Hast du dich jemals gefragt, warum die Welt um uns herum genau so aussieht, wie sie aussieht? In Folge 32 lüften wir ein verblüffendes Geheimnis! Mach dich bereit für einen Aha-Moment, bei dem eine alltägliche Beobachtung plötzlich nur noch durch absolute Geniestreiche der Physik erklärbar wird.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn du gerade vielleicht einen goldenen Ring an deinem Finger trägst oder eine Kette um den Hals hast, oder vielleicht schaust du einfach auf ne goldene Uhr.

00:00:12: Dann betrachtest du in diesem Moment eigentlich nicht einfach nur ein wertvolles Stück Metall?

00:00:18: Du schaunst buchstäblich auf Einsteins Relativitätstheorie in Aktion eingefroren in so einem

00:00:26: warmen

00:00:26: gelben Glanz!

00:00:28: Und damit ein ganz herzliches Willkommen an dich, unseren Zuhörer.

00:00:32: Hallo!

00:00:32: Schön dass du dir heute die Zeit nimmst uns auf dieser Entdeckungsreise zu begleiten – wir haben heute eine richtige Mission.

00:00:38: Genau!

00:00:39: Wir nehmen nämlich einen Gezeil das wir alle jeden Tag sehen und tauchen ab zu den tiefsten und abstraktesten Gesetzen unseres Universums.

00:00:48: Unsere Quelle für heute sind Notizen-und Aufzeichnungen über alltägliche Wissenschaft Und die zentrale Frage, die wir hier zusammenknacken wollen, lautet eigentlich schlicht und ergreifend.

00:00:59: Warum ist Gold eigentlich Goldfarben?

00:01:01: Ja das ist eine dieser wunderbaren Fragen.

00:01:04: Die haben dieses Potenzial unsere komplette Sicht auf die Welt zu verändern obwohl sie im Alltag so offensichtlich scheinen dass wir sie eigentlich nie stellen.

00:01:13: Na total!

00:01:13: Man nimmt es halt einfach als gegeben hin, dass die Dinge eben so aussehen wie Sie aussehen.

00:01:18: Man wächst ja auch damit auf oder?

00:01:20: Also gold is gold der Himmelsblau.

00:01:23: Gras ist grün, aber wenn man sich das Ganze mal mit ein bisschen Abstand ansieht so besonders beim Gold fällt einem sofort eine wirklich seltsame Tatsache auf.

00:01:33: Richtig!

00:01:33: Schauen wir uns doch einmal den Status quo an.

00:01:36: Wenn man so seinen Blick über das Periodensystem der Elemente schweifen lässt dann fällt bei den metallen einer Eigenschaft sofort ins Auge Ja Die sind fast alle optisch extrem einheitlich also langweilig.

00:01:49: grau oder silbern

00:01:51: halt.

00:01:52: Das ist tatsächlich die Regel, also ob wir von Eisen sprechen oder Aluminium, Zink, Blei oder eben von Silber selbst.

00:02:00: Keines dieser Metalle hat einen eigenen markanten oder wirklich herausstechenden Farbton, der es irgendwie sofort von den anderen abhebt.

00:02:09: Sie alle teilen sich diese eher charakterlose metallische Optik und um zu verstehen warum Gold hier so eine gewaltige Ausnahme bildet müssen wir zuerst klären Warum diese graue Eintönigkeit eigentlich die absolute Normalität bei Metallen ist?

00:02:25: Ja, das drängt sich auf.

00:02:26: Warum sehen die alle gleich aus?

00:02:28: Was passiert da auf der Oberfläche von einem Stück Aluminium oder einem Silberlöffel wenn da Licht drauf fällt?

00:02:35: Um das zu beantworten müssen wir uns das Innenleben der Metalle ansehen.

00:02:39: Okay

00:02:40: Genauer gesagt, wie sie ihre Elektronen organisieren.

00:02:43: In Holz oder Plastik sind die Elektroninnen fest an ihrer Atome gebunden.

00:02:48: In Metallen hingehen funktioniert das anders.

00:02:51: Dort sind viele der Elektrone nicht starre an einen einzelnen Ort gekettet, sondern bewegen sich frei durch das Material.

00:02:58: Man spricht in der Physik oft von einem sogenannten Elektronengas.

00:03:02: Es ist im Grunde ein riesiges wuseliges Meer aus freien Elektronenen, dass die Atomkernung gibt.

00:03:08: Okay, ich habe dieses Meer aus Elektronen auf der Oberfläche von meinem Silberlöffel.

00:03:13: Und jetzt knippt sich das Licht an!

00:03:15: Also weißes Licht fällt darauf und weiches Licht ist ja physikalisch gesehen nicht einfach weiß sondern es enthält alle Farben des sichtbaren Spektrums also wirklich alle Regenbogenfarben von rot über grün bis hin zu blau und violett alles in einem Strahl gebündelt quasi

00:03:34: Richtig.

00:03:34: und genau dieses gebündelte weiße Licht trifft nun auf diese frei beweglichen Elektronen.

00:03:39: Weil diese Elektron nicht festgebunden sind, reagieren sie extrem schnell auf das eintreffende Licht.

00:03:45: Licht ist ja eine elektromagnetische Welle!

00:03:47: Wenn diese Welle auf die Elektronen trifft, werden sie ins Schwingen versetzt.

00:03:53: Sie nehmen die Energie kurz auf und senden sie sofort wieder aus.

00:03:56: Sie wehren das Licht quasi ab!

00:03:58: Sie reflektieren dieses gesamte Paket an Lichtwellen fast vollständig.

00:04:02: Ist es also im Grunde so als würde ich einen Ball der aus allen Farben besteht gegen eine Wand werfen?

00:04:07: Und die Wand federt ihn einfach exakt so zurück.

00:04:11: Also nichts bleibt hängen keine Farbe wird irgendwie absorbiert oder verschluckt.

00:04:15: Das beschreibt es hervorragend dass Licht prallt auf diese wuselige Elektronenschicht und wird als komplettes unberührtes Paket wieder in deine Richtung geschickt.

00:04:25: Und was hier Faszinierendes, hier passiert nun der entscheidende Schritt – in unserem Kopf!

00:04:31: Das menschliche Auge und unser Gehirn empfangen dieses komplett reflektierte Lichtspektrum.

00:04:36: Alle Farben prasseln gleichzeitig und gleichmäßig auf unseren Netzhaut.

00:04:41: Unser Gehirnt verarbeitet diese völlige Gleichmäßigkeit schlichtweg als das, Silber oder grau, oder eben metallisch glänzend wahrnehmen.

00:04:50: Wahnsinn!

00:04:51: Wenn ich also ein Stück Aluminiumfolie ansehe dann sehe ich eigentlich gar nicht die Farbe des Aluminiums?

00:04:57: Nein Sondern ich sehe einfach nur das komplirke ungefilterte Licht meiner Umgebung dass von diesen freien Elektronen wie von einem Spiegel Schutzschild abrollt.

00:05:07: Genau

00:05:08: Das ist dann wohl die silberne Regel der Metalle sozusagen

00:05:12: Ganz genau, Silber ist also keine eigene Farbe in dem Sinne.

00:05:16: Sondern einfach das Fehl'n jeglicher Farbfilterung!

00:05:19: Gut – Das Fundament hätten wir.

00:05:21: Aber dass…das wirft jetzt natürlich ein massives Problem auf.

00:05:25: Wenn das die Regel für alle Metalle ist Warum zur Hölle bricht Gold diese Regel auf so eine spektakuläre Weise?

00:05:32: Ja

00:05:32: Gold hat diesen warmen, gelblich-rötlichen Glanz.

00:05:35: Es reflektiert offensichtlich nicht einfach alles gleichmäßig zurück wie so ein Spiegel.

00:05:40: Wir haben in unseren Quellen gelesen dass wir hier um das zu verstehen die klassischen Bereiche verlassen müssen.

00:05:45: Oh ja absolut!

00:05:47: In denen so einfache Erklärung ausreichen und wir müssen wirklich tief in die Physik abtauchen.

00:05:53: was ist die Anomalie von Element neunundsevzig?

00:05:57: Schauen wir uns dafür mal den Bauplan von gold an.

00:06:01: Gold trägt im Periodensystem die Ordnungszahlen neunundsiebzig.

00:06:05: Das bedeutet, dass der Atomkern von gold exakt neun und siebzig positiv geladene Protonen enthält.

00:06:12: Neunundsebzig Protonen?

00:06:15: Okay!

00:06:17: Wenn wir das mal mit Elementen vergleichen, die wir sonst zu kennen also Wasserstoff mit einem Proton oder Kohlenstoff mit sechs dann ist neun-undsiebenzig schon ziemlicher Brocken.

00:06:29: Es ist enorm, wir sprechen hier von einem sehr schweren massiven Atomkern.

00:06:34: Diese neunundsiebzig Protonen erzeugen eine extrem hohe positive elektrische Ladung im Zentrum des Atoms und wie wir aus der Physik wissen – Gegensätze ziehen sich an!

00:06:47: Diese gewaltige positive Ladung in Kern zieht die negativ geladenen Elektronen,

00:06:57: Absolut

00:06:57: unvorstellbaren Kraft an sich.

00:07:00: Besonders diejenigen Elektronen, die sich in der innersten Hülle befinden...

00:07:04: Also die dem Kern am nächsten sind?

00:07:06: Genau!

00:07:06: Die spüren diese Anziehungskraft natürlich extrem stark.

00:07:10: Das klingt nach einem ziemlich verzweifelten Kampf für diese inneren Elektroden.

00:07:14: Der Kern zieht an ihnen wie verrückt.

00:07:16: Um nicht einfach in den Kern zu stürzen und das ganze Atom kollabieren zu lassen müssen sie doch irgendeine Art von Gegenmaßnahme ergreifen.

00:07:24: Flucht nach vorn, oder?

00:07:26: Das ist der einzige Ausweg.

00:07:28: Um auf ihrer Umlaufbahn zu bleiben und nicht in den Kern gezogen zu werden müssen sich diese inneren Elektronen unfassbar schnell bewegen.

00:07:36: Die Fliehkraft die durch diese rasante Bewegung entsteht balanciert die extreme Anziehungskraft des Kerns quasi aus.

00:07:45: Ah, verstehe.

00:07:46: Beim Goldatomen müssen die Elektronen auf der innersten Bahn eine Geschwindigkeit erreichen, die den Rand dessen berührt was in unserem Universum überhaupt möglich ist.

00:07:55: Okay, lass uns da mal konkrete Zahlen nennen damit man ein Gefühl dafür bekommt wie schnell es unfassbar schnell?

00:08:01: Wir sprechen hier von etwa Hundertsechzigtausend Kilometern pro Sekunde.

00:08:05: Okay lasst mich das ganz kurz sacken lassen.

00:08:06: Hundertsächzigtaußen Kilometer pro Sekund Die Erde hat einen Umfang von grob Vierzichtausend Kilometer.

00:08:13: Das heißt, diese winzigen Teilchen könnten viermal pro Sekunde um den gesamten Globus rasen.

00:08:18: Ja das kannten sie und das tun Sie auf dem mikroskopisch kleinen unvorstellbar engen Raum innerhalb eines winziger Atoms.

00:08:29: Wahnsinn!

00:08:30: Um dass noch eine andere Perspektive zu setzen... ...das ist mehr als die Hälfte der Lichtgeschwindigkeit.

00:08:37: Ach krass

00:08:38: Ja, das Licht selbst bewegt sich mit knapp dreihunderttausend Kilometern pro Sekunde durch das Vakuum.

00:08:43: Die innersten Elektronen von deinem Ehrring rasen also permanent mit über fünfzig Prozent der absoluten Geschwindigkeitsbegrenzung des Universums im Kreis.

00:08:54: Da dreht sie mir echt der Kopf!

00:08:56: Ich halte also ein Stück Metall in der Hand, dass völlig ruhig aussieht aber im Inneren Rasenteilchen mit halber Lichtgeschwindigkeit herum.

00:09:03: Verrückt... Aber okay lass uns das mal aufdröseln.

00:09:05: hier muss ich jetzt wirklich mal reingrätschen.

00:09:09: So faszinierend diese Geschwindigkeit auch ist, ich sehe da eine logische Lücke.

00:09:14: Wenn sich diese Elektronen so unfassbar schnell bewegen dann ist es doch am Ende einfach nur ein sehr schnelles, sehr hektisches Atom.

00:09:22: Geschwindigkeit bedeutet doch nicht automatisch Farbe.

00:09:25: also wenn einen Rennwagen auf der Strecke von hundert auf dreihundert beschleunigt wird der Lack davon ja auch nicht plötzlich gelb.

00:09:32: Wie zur Hölle macht diese reine Geschwindigkeit das Metall plötzlich für mich von außen sichtbar farbig?

00:09:37: Deine Skepsis ist da völlig berechtigt, denn in unserer alltäglichen makroskopischen Welt gibt es diesen direkten Zusammenhang zwischen Geschwindigkeits- und Farbe einfach nicht.

00:09:47: Aber bei diesem extremen Maßstäben verlassen wir die alltäcliche Logik.

00:09:52: Okay... Einhundertsechzigtausend Kilometern pro Sekunde bringt nämlich Albert Einstein's spezielle Relativitätstheorie ins Spiel!

00:10:00: Das heißt Wir können die Farbe von einem einfachen Schmuckstück nicht erklären, ohne auf Einstein zurückzugreifen.

00:10:06: Ohne Einstein gäbe es da keine Erklärung!

00:10:09: Eine der zentralen verblüfensten Regeln der speziellen Relativitätstheorie lautet nämlich Wenn sich ein Objekt völlig egal ob das ein Raumschiff oder ein Elektron ist Der Lichtgeschwindigkeit annähert Dann nimmt seine Masse zu.

00:10:25: Aus der Perspektive eines äußeren Beobachters wird es messbar schwerer.

00:10:29: In unserer normalen Welt spüren wir das natürlich nicht.

00:10:32: Also wenn ich im Flugzeug sitze, werde ich ja nicht plötzlich schwerer.

00:10:35: Weil du im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit im Grunde stillstehst?

00:10:38: Ja okay!

00:10:39: Aber für die Elektronen des Goldatoms, die ja die Fünfzig-Prozent-Marke der Lichtgeschindlichkeit knacken ist dieser sogenannte relativistische Effekt massiv.

00:10:50: Sie rasen so schnell dass sie tatsächlich um etwa zwanzig Prozent schwerer werden als sie es im Ruhezustand wären.

00:10:57: Moment, da muss ich nur mal einhaken.

00:10:59: Wenn diese inneren Elektronen plötzlich schwerer werden zieht die gewaltige Schwerkraft des Kerns sie dann nicht erst recht nach innen?

00:11:05: also wie überleben die das ohne abzustürzen?

00:11:08: Sie stürzen nicht ab weil sie ja ihre enorme Geschwindigkeit beibehalten die sie auf einer Umlaufbahn hält.

00:11:16: Ah okay

00:11:17: Aber die Architektur dieser Umlaufbahnen die verändert sich durch die gestiegene Masse drastisch.

00:11:23: In der Quantenphysik nennen wir diese Bahnen orbitale.

00:11:28: Und weil die Elektronen nun schwerer sind, ziehen sich diese Orbitale zusammen.

00:11:32: Sie schrumpfen?

00:11:34: Genau!

00:11:35: Die innerste Schale auf der dieser schweren Elektronenkreisen rückt messbar näher an den Atomkern heran.

00:11:42: Okay...die innersten Bahnen schrupfen also.

00:11:46: Aber das betrifft ja nur den tiefsten Kern des Atoms, warum beeinflusst es das Goldatom als Ganzes und vor allem was Außen

00:11:53: passiert?!

00:11:54: Weil ein Atom kein leeres Gehäuse ist, in dem sich Schalen einfach so unabhängig voneinander bewegen.

00:12:00: Es ist ein hochgradig vernetztes dynamisches System.

00:12:04: Wenn sich die innersten Bahnen durch den relativistischen Effekt plötzlich zusammenziehen löst das eine Kettenreaktion aus.

00:12:11: Das ist extrem wichtig.

00:12:13: Die inneren Elektronen schirmen normalerweise die Anziehungskraft des Kerns für die weiter außenliegenden Elektronien ab, wenn sie nun näher an den Kernrücken verändert sich diese Abschirmung.

00:12:25: Das Resultat ist dass auch alle anderen weiter Außen liegenden Bahnen in Mitleidenschaft gezogen werden.

00:12:31: das gesamte Gerüst der elektronen Bahn wird quasi nach Innen komprimiert.

00:12:36: Hier wird es wirklich interessant!

00:12:38: Lass mich mal versuchen das in ein Bild zu übersetzen.

00:12:40: Stell dir vor wir schauen auf unser eigenes Sonnensystem.

00:12:44: Die Sonne in der Mitte ist der Atomkern mit den neunundsebzig Protonen.

00:12:48: Merko und Venus, die der Sonne am nächsten sind, sind unsere inneren Elektronen.

00:12:53: Plötzlich, weil sie so unfassbar schnell um die Sonne rasen müssen, schlägt Einsteins Theorie zu – und Merko- und Venus werden massiv schwerer!

00:13:02: Das verändert das gesamte gravitative Gleichgewicht so extrem dass Sie ihre Bahnen enger um die sonne ziehen.

00:13:08: Richtig.

00:13:09: Und weil alle Himmelskörper in diesem System aufeinander reagieren, zieht das unweigerlich Konsequenzen für die restlichen Planeten nach sich.

00:13:16: Genau!

00:13:17: Es bringt die Umlaufbahnen aller anderen äußeren Planeten – also Ehre, Maß, Jupiter – völlig durcheinander.

00:13:24: Sie rücken alle näher an die Sonne und näher einander.

00:13:27: Der gesamte Raum zwischen den Umlaufbahnen wird quasi zusammengequetscht viel enger als er in einem normalen System ohne diese gigantischen Geschwindigkeiten wäre….

00:13:36: Das ist ein hervorragendes Bild.

00:13:39: Der Raum zwischen den Bahnen schrumpft.

00:13:42: und genau hier in diesem komprimierten Sonnensystem des Goldatoms, da passiert jetzt der magische Moment mit dem Licht das von außen einfällt.

00:13:52: Hier wird die physikalische Kompression letztendlich zur Farbe.

00:13:58: Wir müssen uns dafür anschauen wie Licht-und Elektronen überhaupt miteinander interagieren.

00:14:07: Ja, Elektronen können springen.

00:14:10: Sie können von einer ihrer Umlaufbahnen auf eine höhere weiter außen liegende Bahn wechseln.

00:14:16: Das nennt man ein Quantensprung Aber sie tun das nicht einfach so aus Spaß!

00:14:20: Sie brauchen dafür Energie.

00:14:22: Stell ich mir das wie so ne Leiter vor?

00:14:24: Also wenn ich ne Sprosse nach oben klettern will muss sich Arbeit verrichten.

00:14:28: Ich brauch Energie

00:14:29: Sehr passend.

00:14:30: Die Umlaufbahn sind wie die Sprossen einer Leiter Und die Energie, die ein Elektron braucht um auf die nächste Sprosse zu klettern holt es sich aus dem Licht.

00:14:39: Ah ok!

00:14:40: Licht besteht ja nicht nur aus Helligkeit.

00:14:42: Es transportiert handfeste Energiepakete sogenannte Photonen.

00:14:47: und jetzt wird's wichtig.

00:14:48: Je nach Farbe des Lichts hat es eine andere Energiemenge.

00:14:52: Rotes Licht hat weniger Energie blaues oder violettes Licht hat viel mehr Energie

00:14:58: Was uns zum besseren Verständnis da nochmal unser langweiliges graue Silber als Gegenbeispiel heranziehen.

00:15:05: Wie sieht die Leiter beim Silber aus?

00:15:07: Beim Silber und bei den allermeisten anderen Metallen gibt es keinen nennenswerten relativistischen Effekt, Die Elektronen sind nicht schwerer geworden.

00:15:16: das System ist nicht komprimiert.

00:15:18: Das bedeutet die Abstände zwischen den äußeren Bahnen sind relativ groß.

00:15:23: Okay!

00:15:24: Die Sprossen der Leiter sind weit voneinander entfernt.

00:15:27: Wenn ein Elektron im Silber eine Sprosse nach oben springen will, braucht es dafür eine gewaltige Menge Energie.

00:15:34: Und das ganz normale sichtbare weiße Licht mit all seinen Farben von Rot bis Violett reicht dafür nicht aus?

00:15:41: Nein!

00:15:42: Die Energie des sichtbaren Lichts ist wie ein zu kurzer Schritt für diese weit entfernten Leitersprossen.

00:15:49: Das Elektron in silber sagt gewissermaßen Danke fürs Licht aber damit komme ich nicht bis zur nächsten Sprosse Verstehe.

00:15:56: Um springen zu können, bräuchte das Silberatom viel energiereicheres Licht.

00:16:01: In diesem Fall das für uns unsichtbare Ultraviolette-Licht also UV-Ligt.

00:16:05: Ah!

00:16:06: Das heißt dass Silber nutzt das unsichtbaren UV- Licht aus seiner Umgebung für seine Quantensprünge.

00:16:12: aber mit dem ganz normalen sichtbaren Licht kann es halt nichts anfangen.

00:16:16: deshalb schickt ist das komplette sichtbare Spektrum einfach ungenutzt wieder weg.

00:16:20: Es reflektiert alle Farben.

00:16:21: unser Auge empfängt sie alle und wir sehen diesen Mix als Silber.

00:16:24: Genau

00:16:25: Das ergibt absolut Sinn.

00:16:27: Und beim Gold ist diese Leiter nun anders gebaut?

00:16:30: Ganz entscheidend anders!

00:16:31: Durch den relativistischen Effekt, also die schnellen schweren Elektronen tief im Inneren... ...die das ganze Atom komprimiert haben, ist der Abstand zwischen den äußeren Bahnen geschrumpft.

00:16:43: Die Sprossen der Leiter sind beim Gold extrem dicht zusammengerückt.

00:16:47: Das bedeutet zwingend

00:16:51: dass sie weniger Energie brauchen?

00:16:53: Genau Die Elektronen im Gold benötigen jetzt viel weniger Energie, um von einer Sprosse zu nächsten zu springen.

00:16:59: Um genau da schnappt die Falle zu!

00:17:02: Der Energiebedarf ist so weit gesunken dass das sichtbare Licht plötzlich stark genug ist, um den Quantensprung auszulösen.

00:17:09: Das Gold braucht kein unsichtbares UV-Licht mehr Aber es nimmt auch nicht das gesamte weiße Licht.

00:17:16: Es nimmt sich ganz gezielt genau den Teil aus dem Lichtspektrum, der exakt wirklich auf den Millimeter genau die Energiemenge liefert, die für den Sprung zwischen diesen gestauchten Sprossen nötig ist.

00:17:28: Und welcher Teil des Lichts hat genau diese perfekt passende Energie?

00:17:31: Das blaue und violette Licht!

00:17:34: Das Licht am kurzwelligen Ende unseres sichtbaren Spektrums hat genauso den richtigen Energie gehalten.

00:17:40: Wenn nun weißes Licht auf das Gold fällt, nutzen die Elektronen die Energie der blauen und violetten Lichtwellen für ihren Sprung nach oben.

00:17:48: Bei diesem Prozess wird das blaue und violette Licht absorbiert – es wird vom Atom verschluckt und in Bewegungsenergie

00:17:56: umgewandelt.".

00:18:02: Wenn ich in einem komplett dunklen Raum stehe und mit einer Taschenlampe die ausschließlich reines intensives blaues Licht aussende, auf einen goldbaren Leuchte.

00:18:11: Was sehe ich dann?

00:18:12: Wäre der Barren dann unsichtbar?

00:18:14: Er würde tatsächlich extrem dunkel fast schwarz erscheinen!

00:18:18: Das Gold würde dieses blaue Licht gierig aufsaugen um seine Elektronen auf der gestauchten Leiter nach oben zu befördern.

00:18:25: Es würde fast nichts von diesem blauen Licht zu deinem Auge zurückgeworfen werden.

00:18:29: Das Licht ist buchstäblich verbraucht.

00:18:32: Es ist völlig verrückt und weil normales Tageslicht eben kein reines Blau ist, sondern weiß also so eine Mischung aus allen Farben nimmt sich das Gold einfach seinen blauen und violetten Anteil heraus verschluckt ihn und der Rest vom Licht bleibt unberührt.

00:18:47: Richtig!

00:18:48: Und das führt uns direkt zur Lösung unseres Farbrätsels.

00:18:53: denn was passiert mit dem Rest des Lichts?

00:18:55: Mit all den Farben deren Energie nicht genau zu den Leitersprossen passt?

00:18:59: Also was bedeutet das alles?

00:19:01: Die werden abgewährt.

00:19:02: Wenn du aus dem kompletten weißen Regenbogen, dass Blau und das Violett heraus schneidest, bleiben auf der anderen Seite des Spektrums genau die wärmeren Farben übrig.

00:19:12: Genau!

00:19:13: Es verbleiben Rot-, Orange-, Gelb-und Grün.

00:19:16: Das Gold reflektiert diese Farben weil es sie nicht absorbieren kann

00:19:20: Und wenn dieser verbleibende Mix aus reflektierter Rot-, Orange-, Gelbe- und Grün auf unsere Netzhaut trifft führt unser Gehirn eine subtraktive Farbmischung durch.

00:19:31: Es mischt die Farben, die vom weißen Licht übrig geblieben sind – zusammen!

00:19:36: Das Resultat dieser neurologischen Mischung ist exakt dieser warme unverwechselbare schimmernde Farbton den die Menschheit seit Jahrtausenden begehrt und den wir als Gold bezeichnen.

00:19:49: Eine unfassbare Kette von Ereignissen Einfach nur, weil die Elektronen so schnell rasen müssen um nicht in den gigantischen Kern zu stürzen.

00:19:57: Ja wenn wir das mit dem großen Ganzen verbinden wird einem erst richtig bewusst was für ein Meisterwerk der Natur wir hier vor uns haben.

00:20:05: Ohne die Gesetzmäßigkeiten die Albert Einstein aufgedeckt hat also ohne diese fundamentale Tatsache dass Masse bei extremer Geschwindigkeit zunimmt würden diese inneren Elektronennbahnen nicht schrumpfen.

00:20:18: Das Atom würde nicht komprimiert werden.

00:20:20: Die

00:20:20: Sprossen der Leiter blieben quasi weit auseinander, das blaue Licht würde nicht absorbiert sondern wie beim Silber reflektiert werden.

00:20:28: Ganz genau!

00:20:29: Ein goldbaren so wertvoll und schwer er auch wäre sehr für unser menschliches Auge exakt so aus wie ein Block Aluminium oder Blei.

00:20:38: Es wäre einfach nur ein weiteres graues charakterloses Metall.

00:20:43: die Farbe von Gold ist kein chemischer Zufall.

00:20:46: Sie ist ein direkter, unumstößlicher und für uns mit bloßem Auge sichtbarer Beweis für die Gültigkeit der speziellen Relativitätstheorie in unserer alltäglichen Welt.

00:20:56: Das muss man sich wirklich mal in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen!

00:21:00: Wenn du das nächste Mal einen goldenen Ring ansteckst oder an einem Schaufenster beim Juwelier vorbei gehst dann weißt Du jetzt?

00:21:06: Du schaust in diesem Moment nicht einfach auf Schmuck.

00:21:08: Nein!

00:21:09: Du betrachtest buchstäblich fundamentale Quantenmechanik in Aktion.

00:21:13: Du blickst auf die messbaren Effekte der Lichtgeschwindigkeit.

00:21:16: Ja!

00:21:17: Du hast die Relativitätstheorie direkt vor deinen Augen eingefroren.

00:21:21: in der realen Welt, das Alltägliche ist auf einmal das greifbare Tor zum extremsten Verständnis unseres Universums.

00:21:29: Und dieser Gedanke, der lädt uns ein noch einen Schritt weiter zu gehen und unsere Wahrgebung der Realität tiefgreifen zu hinterfragen

00:21:36: Wie meinst du das?

00:21:37: Naja, wenn extreme Geschwindigkeiten auf winzigster mikroskopischer Ebene also weit unterhalb dessen was wir begreifen oder direkt sehen können unsere Wahrnehmung einer einfachen Farbe derart drastisch verändern können.

00:21:51: Welche anderen fundamentalen Eigenschaften der Dinge die wir täglich berühren spüren und sehen sind vielleicht ebenfalls nur das Endprodukt von solch rasanten unsichtbaren Effekten im tiefsten Inneren der Atome?

00:22:06: Sind unsere Sinne am Ende vielleicht gar nicht in der Lage, die wahre Natur der Dinge zu erfassen?

00:22:12: Vielleicht agieren unsere Augen und Ohren unser Tastzin nur als Übersetzer für verborgene physikalische Extreme.

00:22:20: Die im Verborgenen wüten und uns eine ruhige aufgeräumte Realität nur vorgaukeln!

00:22:26: Das ist ein Gedanke, das definitiv im Kopf bleibt und einem zeigt dass die Welt um uns herum noch voller Geheimnisse steckt quasi direkt vor unserer Nase liegen und nur darauf warten entschlüsselt zu werden.

00:22:39: Und damit sind wir am Ende unserer heutigen gemeinsamen Entdeckungsreise angekommen, ich möchte mich ausdrücklich bei dir unserem Zuhörer für deine Zeit, deine Neugier- und deine Aufmerksamkeit bedanken.

00:22:49: Danke dass du heute mit uns in die Tiefen der Atome und die Geheimnisse des Lichts eingetaucht bist.

00:22:54: bis zum nächsten Mal wenn wieder genau hinschauen!

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