Folge 11 - biologische Regenreifen

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00:00:00: Also stell dir mal vor, du liegst gerade so richtig schön entspannt in der heißen Badewanne.

00:00:07: Ein perfektes Szenario?

00:00:09: Absolut!

00:00:10: Du liegest da vielleicht seit einer guten halben Stunde.

00:00:12: Du hast wunderbar abgeschaltet, starst vielleicht gerade auf die Schaumbläsche und dem Wasser...

00:00:18: Ja man vergisst ja völlig die Zeit.

00:00:20: Genau.

00:00:21: Und dann hebst du deine Hände aus dem Wasser und siehst sie plötzlich also deine Fingerkuppen

00:00:26: Die klassischen Rosinenfinger

00:00:28: Richtig.

00:00:29: Sie sehen aus wie alte, komplett ausgetrocknete Rosinen.

00:00:34: Vollkommen durchzogen von Tiefen, Furchen und Rillen.

00:00:38: Und naja wahrscheinlich hat man dir damals also im Biologieunterricht in der Schule eine ganz einfache Erklärung dafür geliefert.

00:00:44: Das hat man uns ja allen oder?

00:00:45: Ja eben!

00:00:46: Man hat dir gesagt deine Haut sei quasi wie ein Schwamm Ein Schwamm der sich physikalisch bedingt mit Wasser voll saugt und deshalb aufquält.

00:00:54: Eine sehr anschauliche Erklärungen?

00:00:56: Voll.

00:00:57: Aber Tja, dein Biologie-Lehrer mag falsch.

00:01:01: Wir alle saßen da einem ziemlichen Mythos auf.

00:01:05: was in diesem Moment in der Badewanne mit deinem Körper wirklich passiert ist nämlich kein passiver physikalischer Effekt sondern ein hochkomplexes archäarisches Überlebensprogramm.

00:01:18: und genau das ist das Thema unserer heutigen tiefen Analyse.

00:01:22: ich habe dieses Thema nämlich aus einem wirklich faszinierenden Artikel mitgebracht Der Stammt von der Publikation Wissen für jeden Tag.

00:01:29: Ah ja, das sind die mit diesem einprägsamen Logo richtig?

00:01:33: Genau dieses klassische silberne Retromikrofon.

00:01:37: Das passt ja auch super zu uns heute so!

00:01:39: Für diese gemütliche Lass-Uns Redenstimmung und unsere Mission für diese gemeinsame Erkundung heute ist eigentlich ganz klar

00:01:46: Leglos.

00:01:47: Wir nehmen uns ein absolut alltägliches scheinbar völlig banales Phänomen eben diese Schrumpfelfinger und wir decken auf, welch ein hochkomplexes evolutionäres Wunderwerk eigentlich dahinter steckt.

00:02:01: Und das ist wirklich ein Wunderwerk!

00:02:03: Wir neigen ja dazu die Dinge, die wir tagtäglich an uns selbst beobachten einfach so als selbstverständlich abzutun?

00:02:10: Ja

00:02:11: Total, man hinterfragt das halt nicht.

00:02:12: Genau!

00:02:13: Aber hinter dieser scheinbar banalen Rosinenhaut verbirgt sich ein Mechanismus der Evolutionsbiologen und Mediziner wirklich jahrzehntelang vor einem massives Rätsel gestellt hat.

00:02:25: Ein echtes Rätzel ja...

00:02:27: Bevor wir aber zu dieser verblüffenden Lösung kommen müssen wir erst einmal verstehen warum die alte Erklärung überhaupt so lange bestand hatte also die mit der wir alle aufgewachsen sind Die

00:02:39: Sache mit dem Schwamm

00:02:40: Richtig.

00:02:40: Und wir müssen klären, warum diese Erklärung am Ende physikalisch gar keinen Sinn ergibt!

00:02:46: Fast alles was wir bisher darüber zu wissen glaubten ist schlichtweg falsch.

00:02:51: Okay lass uns das mal aufdröfeln... Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke viel in diesem Zusammenhang immer ein ganz bestimmtes Wort.

00:03:00: Oh ich ahne es schon?

00:03:01: Ja einen Wort dass sofort super wissenschaftlich und unumstößlich klang nämlich Osmose

00:03:07: der Klassiker im Biologieunterricht

00:03:09: Absolut.

00:03:10: Die Erklärung, die da jahrzehntelang durch die Lehrbücher geist hatte klang ja eigentlich auch bestechend logisch oder?

00:03:16: Auf den ersten Blick Ja!

00:03:17: Die

00:03:17: Theorie besagte halt dass in unseren eigenen Hautzellen eine viel höhere Konzentration an Salzen und Proteinen herrscht also höher als in dem klaren warmen Badewasser indem wir da gerade liegen.

00:03:29: Das Konzentrationsgefälle

00:03:30: Genau das Und die Natur liebt ja bekanntlich den Ausgleich.

00:03:34: Also besagte die Theorie, dass das Badewasser durch die Hautbarriere nach innen dringt einfach um diesen Konzentrationsunterschied auszugleichen.

00:03:44: Sozusagen

00:03:44: ein osmotischer Druck

00:03:46: Richtig!

00:03:46: Die oberste Hautschicht also die Hornhaut saugt sich quasi voll, quillt auf und braucht dann plötzlich viel mehr Platz und deshalb beginnt sie logischerweise sich in Falten zu legen weil sie sicher irgendwo hin ausdehnen muss.

00:04:00: Das ist wirklich die absolute Standarderklärung und sie wirkt auf den ersten Blick ja auch unglaublich elegant muss man sagen.

00:04:07: Ja, man kauft das sofort!

00:04:08: Weil Sie eben ein etabliertes messbares physikalisches Prinzip nutzt – eben diese Osmose.

00:04:15: Und das befriedigt unseren menschlichen Drang nach so einer simplen mechanischen Antwort.

00:04:20: Stimmt Wasser geht rein Volumen wird größer Falten entstehen Fall gelöst quasi

00:04:25: Ganz genau.

00:04:26: Kein Wunder also, dass sich diese Vorstellung so hartnäckig in den Köpfen festgesetzt hat.

00:04:31: Aber Moment mal!

00:04:33: Wenn man diese Theorie wirklich konsequent zu Ende denkt dann stößt man da doch auf einen massiven Widerspruch

00:04:38: Ein riesigen Widerspruch?

00:04:39: Ja

00:04:40: wenn meine Haut tatsächlich einfach nur ein passiver Schwamm ist... ...ein Schwamm der sich aufgrund von irgendwelchen Salzkonzentrationen mit Wasser voll saugt.

00:04:49: Warum zum Teufel schrumpelt nach einer Stunde im Schwimmbad nicht mehr ein kompletter Körper?

00:04:53: Das

00:04:53: ist die entscheidende Frage.

00:04:54: Also wirklich, warum steige ich dann nicht als riesiges Aufquellen des Michelin-Männchen aus dem Wasser?

00:04:59: Das wäre ein ziemlich beängstigender Anblick.

00:05:02: Oder... Warum sehe ich am Bauch, am Rücken an den Oberschenkeln oder im Gesicht nicht auch aus wie eine Riesenrosine?

00:05:09: Warum passiert dieses extreme Faltenwerfen exakt und ausschließlich nur an den Innenseiten der Hände und an den Fußsohlen?

00:05:16: Deines Gapses ist da absolut berechtigt!

00:05:19: Und sie ist genau der Hebel, der diese alte Theorie letztendlich aus den Angeln gehoben hat….

00:05:24: Okay, also lag ich mit dem Michelin-Männchen gar nicht so falsch.

00:05:27: Nein!

00:05:27: Du legst den Finger da buchstäblich in die Wunde.

00:05:30: Wenn es wirklich ein rein passiver physikalischer Schwammeffekt der Hornschicht wäre dann müssten wir tatsächlich am ganzen Körper Falten werfen

00:05:38: Weil die Haut ja überall Wasser abbekommt

00:05:40: Zumindest überall dort wo die Hautstruktur ähnlich ist.

00:05:43: Die Osmoseerklärung ist also nicht nur unvollständig sie führt uns da komplett auf die falsche Fährte.

00:05:49: Aber ein bisschen Wasser nimmt die Haut schon auf oder?

00:05:51: Ja, natürlich.

00:05:52: Es lässt sich nicht bestreiten, dass die oberste Hornschicht bei längerem Kontakt mit Wasser eine gewisse Menge Feuchtigkeit aufnimmt – sie wird auch minimal weicher!

00:06:02: Aber diese winzige Wasseraufnahme erklärt in keiner Weise diese gezielte extrem tiefe und lokal derart eng begrenzte Faltenbildung.

00:06:11: Rein physikalisch und rechnerisch reicht das aufgenommene Wasser dafür einfach gar nicht aus.

00:06:16: Wannsum?

00:06:16: Das heißt dieses simple physikalische Modell greift viel zu kurz.

00:06:19: Viel für kurz ja...

00:06:20: Und wenn es kein passiver Schwammeffekt ist, von dem wir der Umwelt sozusagen schutzlos ausgeliefert sind.

00:06:26: Was steuert das Ganze dann?

00:06:29: Ich habe mich beim Lesen der Quellen für unsere Erkundung heute wirklich gewundert wie man überhaupt auf die wahre Lösung gekommen ist.

00:06:35: Das ist eine wirklich kurios Geschichte.

00:06:37: Ja total!

00:06:39: Das war ja offenbar gar keine gezielte Forschung an Schrumpfelfängern sondern eine ziemlich historische Zufallsentdeckung.

00:06:46: und dass oft das Faszinierendste an der Wissenschaft.

00:06:49: Die größten Durchbrüche passieren häufig, wenn Forscher eigentlich nach etwas völlig anderem suchen.

00:06:54: Das stimmt!

00:06:56: Wo müssen wir da zeitlich hinspringen?

00:06:58: Wir müssen dafür gedanklich in die neunzehntundertreißiger Jahre springen.

00:07:02: Die medizinische Welt war damals eine ganz andere.

00:07:04: Okay...

00:07:06: und Chirurgen sahen sich damals oft mit extrem schweren traumatischen Verletzungen konfrontiert.

00:07:12: Das war häufig verursacht durch schwere Arbeitsunfälle in der Industrie oder eben noch als späte Folgen des Ersten Weltkriegs

00:07:19: Eine ziemlich rauere Zeit für die Medizin.

00:07:21: Absolut!

00:07:23: Und eines der Hauptprobleme, mit denen sich spezialisierte Chirurgen damals intensiv beschäftigten waren massive Nervenverletzungen.

00:07:30: Nerven-Verletzung?

00:07:31: Also wie kann man sich das vorstellen?

00:07:34: Wir sprechen hier von Patienten bei denen beispielsweise durch einen tiefen Schnitt oder einen Unfall ein zentraler Nerv im Arm komplett durchtrennt worden war.

00:07:42: Oh wow... Ein durchtrender Nerv bedeutet ja erst einmal Taubheit oder eine komplette Lehmung in der Hand, oder?

00:07:50: Richtig.

00:07:51: Der Informationsfluss zwischen dem Gehirn und der Hand war an dieser speziellen Stelle einfach physisch unterbrochen – das Kabel war sozusagen durchgeschnitten!

00:08:00: Und im Rahmen der Behandlung und der Untersuchung dieser Patienten machten die Ärzte dann eine Beobachtung.

00:08:05: Eine, die auf den ersten Blick fast wie eine bedeutungslose Randnotiz wirkte….

00:08:09: Das wird spannend...

00:08:11: Wenn diese spezifischen Patienten, also genau die mit den durchtrennten Nerven im Arm ihre Hände für längere Zeit in warmes Wasser legten?

00:08:18: Ja.

00:08:19: Dann passierte er das völlig unerwartet ist.

00:08:22: Nämlich rein gar nichts!

00:08:23: Warte... Gar nix.

00:08:25: Keine Schrumpelfinger.

00:08:27: KeINE einzige Falte.

00:08:29: Krass

00:08:31: Die Finger dieser Patienten blieben völlig glatt und prall.

00:08:35: Egal wie lange sie im warmen Wasser lagen

00:08:38: Das gibt's ja nicht.

00:08:39: Und das, obwohl ihre Hände genau den gleichen physikalischen Bedingungen exakt demselben Wasser und derselben Temperatur ausgesetzt waren wie die Hände jedes gesunden Menschen.

00:08:49: Das ist ja der absolute Wahnsinn!

00:08:51: Wenn die Haut wirklich nur ein dummer Schwamm wäre dann hätte die Osmose hier ja gnadenlos zuschlagen müssen.

00:08:56: Exakt!

00:08:57: Ich meine dem Wasser ist es doch völlig egal ob der Nerv im Arm intakt ist oder nicht.

00:09:01: Es würde einfach in die Zellen eindringen.

00:09:03: So wäre es bei einem reinen Schwamm.

00:09:05: Ja

00:09:06: wenn also einen zerschnittener Nerv Den Schrumpeleffekt komplett stoppt.

00:09:11: Dann bedeutet das im Umkehrschlussjahr, dass mein Gehirn diesen Effekt aktiv steuert.

00:09:15: Du hast den Kern der Entdeckung damit exakt erfasst.

00:09:19: Unglaublich!

00:09:20: An diesem Punkt in den neunzehnhundertdreißiger Jahren brach die alte Osmose Theorie endgültig in sich zusammen.

00:09:28: Die Mediziner erkannten schlagartig das wahre Ausmaß dieser Sache.

00:09:33: Was war ihre Schlussfolgerung?

00:09:35: dass dieses Phänomen kein physikalischer Unfall ist.

00:09:38: Es ist ein hochaktiver Prozess, der direkt und zwingend von unserem eigenen Nervensystem kommandiert wird.

00:09:45: Ohne einen funktionierenden Signalweg vom unzum Gehirn gibt es schlicht weg keine

00:09:50: Schrumpfelfinger.".

00:09:51: Okay das verändert die Perspektive natürlich komplett!

00:09:54: Nichts

00:09:54: sah?

00:09:55: Mein Körper registriert also vollkommen bewusst aha ich bin im Wasser und er leitet dann aktive Maßnahmen ein.

00:10:02: Genau so ist es.

00:10:03: Aber wie genau funktioniert diese Maßnahme?

00:10:05: Was ist der biologische Mechanismus da im Hintergrund, wenn es eben nicht das Aufsaugen von Wasser ist.

00:10:11: Der Prozess ist mechanisch betrachtet extrem faszinierend und erstaunlich präzise!

00:10:17: Wenn wir unsere Hände oder Füße ins Wasser tauchen dann tickt sozusagen eine unsichtbare Uhr in unserem Körper

00:10:23: Eine innere Stoppuhr

00:10:24: Richtig.

00:10:25: Sobald etwa fünf bis zehn Minuten vergangen sind, registriert unser vegetatives Nervensystem diese anhaltende Nässe.

00:10:33: Vegetatives Nervensystem – das ist der automatische Teil oder?

00:10:37: Ganz genau!

00:10:38: Das ist der Teil unseres Körpers, der völlig autonom im Hintergrund arbeitet.

00:10:43: Wir haben darauf gar keinen bewussten Zugriff... Es ist exakt die gleiche Steuerzentrale, die auch deinen Herzschlag reguliert.

00:10:50: Die deine Pupillen bei hellem Licht verengt oder eben deine Verdauungssteuert.

00:10:54: Unser innere Autopilot übernimmt also der Steuer?

00:10:56: Ja!

00:10:57: Der merkt dann wir sind hier schon eine ganze Weile nass.

00:10:59: es wird Zeit zu handeln.

00:11:00: Exakt

00:11:02: und sobald dieser Autopilot entscheidet einzugreifen sendet er ein ganz spezifisches elektrisches Signal.

00:11:10: Wohin

00:11:10: geht das

00:11:11: Signal?!

00:11:12: Dieses Signal wandert rasend schnell die Nervenbahnen hinab, bis in die winzigen feinen Blutgefäße, die direkt unter der Haut unserer Fingerkuppen und Zehen liegen.

00:11:22: Okay – bis ganz in die Spitzen?

00:11:23: Genau!

00:11:24: Der Befehl, der dort ankommt ist unmissverständlich.

00:11:28: Er lautet

00:11:30: vasokonstriktion.

00:11:31: Das ist der medizinische Fachbegriff für das aktive Zusammenziehen der Blutgefässe.

00:11:37: Sobald dieses Signal also ankommt, kontrahieren die winzingen Adern Und das hat eine sofortige Folge.

00:11:43: Das Blut wird regelrecht aus den äußersten Fingerspitzen abgezogen, das Volumen direkt unter der oberen Hautschicht verringert sich dadurch drastisch und wirklich sehr plötzlich!

00:11:58: Das

00:12:09: absolute Gegenteil, ja.

00:12:10: Die Haut wird überhaupt nicht größer wie ein nasser Ballon der sich irgendwie füllt.

00:12:14: das Gewebe darunter schrumpft aktiv zusammen.

00:12:18: Genau das passiert!

00:12:19: Das ist ja als würde ich in einem riesigen Zirkuszell stehen Und plötzlich zieht jemand die tragenden Stützstangen im Inneren ein gutes Stück nach unten

00:12:28: ein.

00:12:28: Ein tolles Bild!

00:12:29: Die Zelthaut selbst bleibt ja gleich groß, aber sie verliert einfach ihren Halt von unten.

00:12:35: Sie fällt in sich zusammen und bildet sofort tiefe Falten und Täler.

00:12:39: Genau das passierte also mit unserer Haut an den Fingern.

00:12:42: Eine wirklich sehr treffende Analogie.

00:12:44: Die äußere Hautschicht, also die Epidermis hat plötzlich nicht mehr das pralle Volumen des darunter liegenden Gewebes um sie schön straff zu halten.

00:12:54: Sie stürzt quasi ein

00:12:55: Richtig!

00:12:56: Sie stützt förmlich in die neu entstandenen Lehrräume ein, die durch das abgezogene Blut eben entstanden sind.

00:13:02: und das spannende daran ist die unglaubliche Feinabstimmung dieses Systems.

00:13:07: Inwiefern?

00:13:08: Das vegetative Nervensystem lässt unsere Finger ja nicht endlos weiter schrumpeln, bis sie nur noch staub sind.

00:13:14: Das wäre ungünstig.

00:13:15: Sehr!

00:13:16: Nach etwa dreißig Minuten im Wasser hat der Prozess ein absolutes Maximum erreicht.

00:13:21: Die Gefäße sind dann soweit zusammengezogen wie es physiologisch sicher und sinnvoll ist.

00:13:27: Das Profil ist sozusagen fertig ausgebildet.

00:13:29: Okay... Und das ist ja glücklicherweise keine Einbahnstraße.

00:13:32: Wenn ich aus der Badewanne steige geht das ganze Jahr wieder rückwärts.

00:13:36: Ein sehr wichtiger Punkt, ja?

00:13:38: Sobald du das Wasser verlässt und die Sensoren in der Haut registrieren, dass die Umgebung wieder trocknet, hebt das Nervensystem diesen Befehl zur Vasekonstruktion einfach

00:13:49: wieder auf.

00:13:50: Ganz genau!

00:13:51: Die Blutgefäße entspannen sich, sie weiten sich wider, das Blut fließt zurück in die Fingerspitzen... ...und das Volumen unter der Haut wird wieder hergestellt.

00:13:59: Innerhalb weniger Minuten spannt sich unser Zelt wieder komplett auf als wären die Falten nie da gewesen.

00:14:06: Ein perfektes, komplett reversibles System.

00:14:09: Das ist wirklich Wahnsinn!

00:14:10: Unser Körper liest die Umgebung aus und passt seine physische Form quasi in Echtzeit

00:14:15: an.

00:14:16: Wir haben jetzt also das Wie verstanden?

00:14:19: Wir wissen dass es keine Osmose ist sondern diese aktive Vasokonstriktion... ...das physikalische Rätsel ist gelöst aber wenn ich ehrlich bin führt diese Erkenntnis unweigerlich zu einem noch viel größeren, noch drängenderen Rätsel.

00:14:36: Das ist die natürliche Folge jeder guten wissenschaftlichen Untersuchung nicht wahr?

00:14:41: Man löst ein Problem und steht dann sofort vor der Frage nach dem Warum.

00:14:45: Richtig!

00:14:46: Wir reden hier ja von einem höchst aktiven Prozess.

00:14:49: das Nervensystem muss pausenlos Signale feuern Muskeln in den Blutgefäßen müssen sich zusammenziehen Der Blutfluss wird lokal komplett umgeleitet.

00:14:59: Das ist harte Arbeit für den Körper.

00:15:01: Eben, das alles kostet den Körper enorm viel Energie und Ressourcen!

00:15:06: Und wer sich auch nur ein bisschen mit Evolution auskennt der weiß doch...der menschliche Körper ist extrem effizient.

00:15:13: Manche würden sogar sagen biologisch geitzig.

00:15:16: Ein sehr gutes Wort dafür.

00:15:18: Er verschwendet keine Energie für irgendwelche sinnlosen Spielereien, er baut nicht einfach zum Spaß mal eben die Hautstruktur um nur weil verschrumpelte Finger in der Badewanne irgendwie lustig oder kurios aussehen.

00:15:31: Da hast du völlig recht!

00:15:32: Wenn ein so komplexer gezielt steuerter Nervenprozess existiert, der zudem exakt nur an den Greifflächen von Händen und Füßen auftritt dann muss das doch einen gewaltigen Grund haben.

00:15:46: Es muss einen massiven Überlebensvorteil bieten, oder?

00:15:50: Mit dieser Überlegung befindest du dich wirklich in allerbester Gesellschaft.

00:15:54: Evolutionsbiologen haben lange Zeit genau darüber debattiert!

00:15:58: Das kann ich mir vorstellen...

00:16:00: Welchen messbaren Vorteil könnte es haben, dass unsere Hände in nasser Umgebung plötzlich ihre Oberflächenstruktur von glatt auf stark geriffelt

00:16:08: verändern?!

00:16:09: Und?

00:16:10: Haben Sie es herausgefunden?

00:16:11: Jaaa.... Um diese Frage nämlich aus dem Bereich der reinen Spekulation in die überprüfbare Wissenschaft zu holen, hat ein Forschungsteam an der Universität Newcastle in England einen Experiment entworfen.

00:16:24: Ein Experiment das in seiner Methodik ebenso simpel wie aufschlussreich ist.

00:16:29: Oh du meinst die Studie mit den Mormeln?

00:16:31: Genau die!

00:16:32: Als ich die Untersuchungen der Forscher aus Newcastles in den Quellen gelesen habe dachte ich erst, das sei ein Scherz.

00:16:37: Es

00:16:37: klingt im ersten Moment tatsächlich eher nach einem lustigen Geschicklichkeitsspiel als nach harter Wissenschaft.

00:16:44: Total!

00:16:45: Die Forscher stellten die Versuchspersonen vor eine klar definierte aber extrem frustrierende Aufgabe.

00:16:51: Vor ihnen lagen glatte kleine Glas-Murmeln und diese Murmeln waren komplett nass.

00:16:57: Die Aufgabe bestand nun darin, diese nassen Murmeln so schnell wie möglich zu greifen und von einem Behälter in einen anderen zu sortieren.

00:17:05: Der Clou an der Sache war der Aufbau in zwei Phasen.

00:17:10: In der ersten Phase mussten die Probanden dieser Aufgabe mit ganz normalen trockenen Händen durchführen.

00:17:16: Nasse glatte Glas-Murmmeln mit trockenden Händengreifen?

00:17:20: Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass das gewesen sein muss!

00:17:24: Es war wohl schrecklich.

00:17:25: Man greift zu und das Ding rutscht einem einfach seitlich weg, weil man überhaupt keinen Halt

00:17:29: findet.".

00:17:29: Das war exakt das Ergebnis!

00:17:32: Es dauerte quälend lange – die Murmeln flutschten den Teilnehmern ununterbrochen aus den Fingern….

00:17:37: der Griff war extrem unsicher.

00:17:39: Man verkrampft da bestimmt auch total.

00:17:41: Richtig ….

00:17:42: Die Probanden mussten extrem viel Druck aufwenden was ihre Feinmotorik dann noch weiter einschränkte….

00:17:49: typisches Szenario, bei dem Feuchtigkeit einfach als Schmiermittel zwischen zwei glatten Oberflächen wirkt.

00:17:56: Okay und dann kam die zweite Phase des Experiments?

00:17:59: Genau!

00:17:59: Für die zweite phase durften die Versuchspersonen ihre Hände für dreißig Minuten in warmes Wasser legen.

00:18:05: Sie warteten buchstäblich darauf, dass ihr vegetatives Nervensystem die Arbeit erledigt.

00:18:10: Bis das Zelt einfällt sozusagen.

00:18:12: Richtig!

00:18:13: Als ihre Finger schließlich dieses tiefe gefurchte Rosinenmuster aufwiesen – also die perfekten dreißig Minuten-Schrumpfelfinger -, da mussten sie exakt denselben Test mit den nassen Murmeln wiederholen.

00:18:24: Und das Ergebnis?

00:18:26: Die Veränderung in den Messdaten war gravierend.

00:18:28: Mit dem stark geriffesten Profil auf den Fingerkuppen waren die Probanden plötzlich signifikant schneller.

00:18:35: Sie griffen viel sicherer zu.

00:18:37: Sie waren wesentlich geschickter darin, diese nassen extrem rutschigen Objekte zu manipulieren und zu transportieren.

00:18:44: Die Fehlerquote sank wirklich dramatisch

00:18:47: Wenn man sich das mal bildlich vorstellt.

00:18:50: Was bedeutet das alles eigentlich für die Physik unserer Finger?

00:18:53: Gute Frage!

00:18:54: Wenn ich dieses Murmel-Experiment auf unseren Alltag und auf die Technik übertrage Dann drängt es mich in ganz bestimmtes Bild auf.

00:19:00: Es ist exakt wie beim Autofahren

00:19:02: Beim autofahren.

00:19:03: Ja

00:19:04: Wenn wir das Phänomen mit der Reifenindustrie vergleichen, dann erschaffen wir da gerade biologische Regenreifen.

00:19:09: Ah!

00:19:10: Die Analogie zur Fluid-Dynamik bei Autoreifen ist hier tatsächlich nicht nur eine Metapher – sie beschreibt Haar genau das gleiche physikalische Prinzip.

00:19:19: Denk mal darüber nach, wenn du mit einem Auto über die Autobahn fährst und es regnet in Strömen.

00:19:23: Hättest Du jetzt völlig glatte Reifen montiert?

00:19:27: Also sogenannte Slicks, wie sie im professionellen Motorsport auf staubtrockener Strecke gefahren werden.

00:19:33: Um maximalen Kontakt zu haben!

00:19:34: Dann hättest du ein Problem

00:19:36: Ein lebensgefährliches Problem im Regen.

00:19:38: Das Wasser auf der Straße kann nirgendwo hin entweichen wenn dieser komplett glatte Reifen darüber rollt.

00:19:43: Es staut sich das Ergebnis?

00:19:46: es bildet sich ein unüberwindbarer Wasservilm zwischen dem Gummi und dem Asphalt.

00:19:50: Aqua Planning

00:19:51: Genau Aquaplanning.

00:19:52: Der Reifen verliert den Kontakt zur Straße, das Auto rutscht völlig hilflos dahin.

00:19:57: Um genau das zu verhindern haben alle normalen Straßenreifen ja dieses tief eingeschnittene Profil.

00:20:03: Die Rillen haben eine sehr spezifische Aufgabe Sie komprimieren das Wasser nicht sie leiten es ab!

00:20:09: Richtig wenn der profilierte Reifen auf das Wasser trifft wird das Wasser durch diese Kanäle und Rillens im Profil blitzschnell zur Seite abgeleitet.

00:20:18: Der Gummi des Reifens drückt das Wasser durch dieses Drainagesystem einfach weg und kann direkt auf den rauen Asphalt greifen.

00:20:26: Und das Auto behält seinen Grip!

00:20:28: Exakt, und unser Körper macht auf mikroskopischer und evolutionärer Ebene exakt dasselbe.

00:20:35: Im trockenen Zustand sind unsere Fingerkuppen und Zähnen quasi wie Slicks.

00:20:41: Das ist super für maximales Tastgefühl und einen flächigen sicheren Kontakt auf trockenen Oberflächen.

00:20:47: Aber sobald es nass wird, droht unseren Händen buchstäblich biologisches Aqua-Planning.

00:20:53: Ein toller Begriff!

00:20:54: Das Wasser zwischen unseren Fingern und dem Gegenstand wirkt wie ein Schmierfilm – wie bei den nassen Glas-Murmeln vorhin.

00:21:02: Also zieht unser Körper aktiv und vollautomatisch Regengreifen auf.

00:21:06: Er zieht das Gewebe ein, er schafft diese Drainagerillen damit das Wasser abfließen kann und wir behalten unseren Kripp.

00:21:13: Das ist wunderbar zusammengefasst.

00:21:15: Und wenn wir diese technische Erkenntnis nur nehmen und in den großen historischen Kontext unserer eigenen Spezies setzen, dann offenbart sich erst die wahre Tragweite dieser Anpassung.

00:21:26: Wir müssen in die Vergangenheit reisen oder?

00:21:29: Ja!

00:21:29: Wir müssen weit in die vergangenheit unserer Vorfahren zurückblicken um zu verstehen warum dieser regenreifen Grip evolutionär so massiv selektiert wurde.

00:21:37: Okay

00:21:38: Für uns heute ist ein rutschiger Gegenstand, vielleicht eine Shampooflasche in der Dusche.

00:21:43: Ein kleines unbedeutendes Ärgernis.

00:21:45: Höchstens nervig!

00:21:46: Aber für einen frühen Jäger und Sammler war ein sicherer Griff in einer nassen Umgebung eine absolute Frage von Leben und Tod.

00:21:54: Besprechen wir also nicht davon beim Abspülen aus Versehen mal ein Teller fallen zu lassen?

00:21:59: Wir reden vom Nacktenüberleben in einer unbarmärzigen Natur.

00:22:03: Ganz genau!

00:22:04: Stell dir mal den rauen Alltag in der Steinzeit vor.

00:22:07: Es gab ausgedehnt Regenperioden, feuchte Jahreszeiten.

00:22:11: Aber die Notwendigkeit der Nahrungsbeschaffung konnte nicht einfach pausieren nur weil es gerade nass war.

00:22:16: Man hatte trotzdem Hunger?

00:22:17: Eben!

00:22:18: Unsere Vorfahren mussten im feuchten schlammigen Erdreich nach nahhaften aber extrem glitschigen Wurzeln graben.

00:22:25: Sie mussten versuchen rutschige Fische oder Amphibie mit bloßen Händen in einem Flusslauf zu fangen Oder feuchta Werkzeuge sicherzuführen.

00:22:34: Und wir dürfen die Füße nicht vergessen.

00:22:36: Wir konzentrieren uns immer so auf die Hände, aber die Zähnen machen ja exakt das gleiche

00:22:39: durch.".

00:22:40: Ein essentieller Aspekt!

00:22:42: Die Füse waren für die Fortbewegung und Flucht absolut entscheidend.

00:22:47: Stell dir vor du musst einen reißenden Fluss überqueren und auf nassen mit Algenüberzogenen runden Steinen balanciern.

00:22:56: Oder noch drastischer, du befindest dich auf der Flucht vor einem Raubtier und der Untergrund ist feucht voller Nasserblätter oder Schlamm.

00:23:04: Wer in so einer Situation ausrutscht, der holt sich nicht nur einen kleinen blauen Fleck – wer beim Klettern über Regen nasse Felsen abrutschst und stürzt, der bricht sich die Knochen!

00:23:14: Und das war das Ende.

00:23:16: Ja, in einer Zeit lange vor Krankenhäusern, vor Antibiotika und Chirurgie war ein gebrochener Knöchel oder ein gebrochendes Bein der Wildnis in den allermeisten Fällen ein langsames Todesurteil.

00:23:27: Zweifellos!

00:23:28: Wer den glitschigen Fisch am Flussufer nicht richtig greifen konnte, der hatte abends schlichtweg nichts zu essen und seine Familie hungerte.

00:23:35: Mhm.

00:23:36: Wer aber genetisch mit diesen eingebauten Regenreifen ausgestattet war... Der war massiv im Vorteil.

00:23:43: Er fiel seltener von den Klippen Er verletzte sich seltener auf der Flucht, er sammelte effizienter Nahrung...

00:23:49: Und wer länger überlebt gibt seine Gene weiter.

00:23:52: Genau das!

00:23:53: Das ist die pure ungeschönte Evolutionenaktion – ein Überlebensvorteil, der sich über Zehntausende von Jahren tief in unserer Biologie manifestiert hat.

00:24:03: Es ist wirklich ein Paradebeispiel für evolutionäre Anpassungen an die Umgebungsbedingungen.

00:24:09: Der Mechanismus der Vaso-Konstriktion bei Nässe wurde beibehalten und perfektioniert Einfach, weil er in feuchten Umgebungen einen fundamentalen physikalischen Vorteil verschafft.

00:24:20: Wenn man diese ganze Kette von Ursache und Wirkung kennt – also von den Jägern bis hin zur Fluid-Dynamik der Reifen – muss man sich wirklich mal die absolute Absurdität unserer modernen Situation vor Augen führen.

00:24:33: Was genau meinst du?

00:24:34: Lass uns nochmal kurz zurück in unsere heimische Badewanne springen an den Anfang!

00:24:38: Sehr gern!

00:24:44: Das Wasser ist wohltemperiert auf perfekte, thirty-eight Grad.

00:24:48: Vielleicht duftet es nach Lavendel oder Eukalyptus?

00:24:52: Wir hören entspannte Musik, starren Gedanken verloren auf den Badeschaum und tun absolut nichts Lebensbedrohliches!

00:25:00: Wir müssen vor keinem Säbelzantiger fliehen und keinen Lachs mit bloßen Händen fangen.

00:25:04: Zum Glück nicht!

00:25:05: Wir ruhen uns einfach nur von unserem Bürojob aus... Und während wir da völlig wehrlos und regungslos im warmen Wasser liegen, läuft im Hintergrund tief verborgen in den Nervenbahnen unseres Körpers ein eiskalt kalkuliertes steinzeitliches Überlebensprogramm

00:25:20: ab.

00:25:21: Es ist fast schon lustig wenn man es so betrachtet.

00:25:24: oder... Unser Körper registriert die Feuchtigkeit, berechnet blitzschnell die veränderten potenziell rutschigen physikalischen Eigenschaften unserer Umgebung und schaltet völlig autonom in diesen extremen Überlebensallrad-Modus.

00:25:40: Er macht einfach seinen Job!

00:25:42: Er baut innerhalb von dreißig Minuten die komplette Architektur unserer Haut an Händen und Füßen um, weil das vegetative Nervensystem blind davon ausgeht.

00:25:50: Achtung!

00:25:51: Extreme Nässe registriert – wir müssen gleich um unser Leben rennen über rutschige Felsenklettern oder glitchige Beute festhalten.

00:25:57: Es ist in der Tat ein wunderbares und fast schon poetisches Beispiel dafür wie sehr wir trotz all unserer Technologie- und Zivilisation noch Immerwesen der Natur sind.

00:26:08: Absolut?

00:26:09: Wir sind... ausgestattet mit archaschen Werkzeugen, die in unserem hochmodernen Alltag oft, naja, deplaziert oder kurios wirken.

00:26:18: Die aber biologisch betrachtet absolute Meisterwerke der Anpassung darstellen!

00:26:23: Ein echtes Meisterwerk ja?

00:26:25: Denn wir viel zu wenig Beachtungen schenken – wenn du also das nächste Mal aus der Badewanne steigst, aus dem Pool kletterst oder auch nur nach einem langen Spaziergang im strömenden Regen deine Schuhe ausziehst und auf deine Zehen schaust.

00:26:39: Dergere dich nicht über diese vermeintlich alte rünzelige Haut.

00:26:43: Denke nicht an eine schrumpelige Frucht!

00:26:46: Feiere stattdessen deinen Körper.

00:26:48: Das

00:26:48: ist ne schöne Botschaft.

00:26:49: Feiere dein vegetatives Nervensystem dafür dass es unermüdlich im Hintergrund wacher hält.

00:26:55: Feiere es dafür, dass es gerade völlig kostenlos seine Hochkomplexen in ja Millionen perfektionierten biologischen Regenreifen für dich aktiviert hat.

00:27:03: Nur um dich vor dem Ausrutschen zu bewahren!

00:27:05: Wenn man diese Erkenntnis wirklich mal sacken lässt führt das am Ende zu einem echt faszinierenden Gedanken den man vielleicht mitten den Tag nehmen kann.

00:27:14: Oh was wäre das?

00:27:15: Wir haben heute im Detail gesehen, wie unser autonomes Nervensystem in der Lage ist unsere physische greifbare Hautstruktur innerhalb von nur dreißig Minuten radikal umzubauen.

00:27:27: Rein als Reaktion auf das Vorhandensein von einfachem Wasser!

00:27:31: Das lässt uns unweigerlich nachdenken.

00:27:33: welche anderen verborgenen körperlichen Superkräfte oder tiefer ankerten evolutionären Anpassungen schlummern vielleicht genau in diesem Moment noch in unserer Biologie?

00:27:44: Welche unglaublichen Fähigkeiten zur Anpassung tragen wir noch in uns, die wir in unserem modernen extrem komfortablen Städstemperatur regulierten und gefahren armen Alltag einfach nie ausgelöst haben?

00:27:58: Wenn Wasser unsere Hände umbaut.

00:28:00: Wozu wäre unser Körper wohl noch fähig wenn extreme Umgebungsbedingungen ihn dazu zwingen würden alte Überlebensprotokolle wieder hochzufahren?

00:28:10: Wow, das ist ein Gedanke der mich heute Abend definitiv nicht loslassen wird.

00:28:14: Was für eine unglaubliche Vorstellung dass wir vielleicht voller schlummernder Funktion sind deren Schalter wie einfach nie betätigen.

00:28:21: Es bleibt spannend.

00:28:23: Damit sind wir am Ende unserer wirklich tiefgehenden gemeinsamen Erkundung angekommen!

00:28:27: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast diese scheinbar so banale Alltagsillusion mit uns gemeinsam zu entlarven.

00:28:34: Ich hoffe sehr das du beim nächsten Mal wenn du im warmen Badewasser liegst und sich die allererste kleine Falte an deinem Zeigefinger zeigt zumindest ein bisschen schmunzeln musst und an deine biologischen Regenreifen denkst.

00:28:45: Wir hören uns beim nächsten mal.

00:28:47: Bis dahin Bleibt neugierig.

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