Folge 9 - Das Geheimnis des Katzenschnurrens

Shownotes

Für jeden Katzenliebhaber ist das die ultimative Bestätigung - das Katzenschnurren. Aber warum macht das Tier das und was will das Kätzchen uns damit sagen? Das ergründen wir in der heutigen Folge. Viel Spaß dabei!

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:01: Schön, dass du heute bei unserer tiefgehenden Erkundung dabei bist.

00:00:05: Genau – hallo auch von mir!

00:00:07: Wir haben heute ein wirklich faszinierendes Thema.

00:00:10: Absolut!

00:00:12: Stell dir für einen kurzen Moment mal folgendes Szenario vor… Du bist schwer verletzt?

00:00:18: Okay … kein besonders schönes Bild direkt zum Einstieg?

00:00:21: Nee gar nicht….

00:00:23: Also dein Körper steht komplett unter massiven Schock.

00:00:26: Er fährt instinktiv alle unwichtigen Systeme runter, einfach um pure Energie für das Nackte überleben zu sparen.

00:00:33: Was ja biologisch gesehen absolut Sinn macht?

00:00:35: Richtig!

00:00:37: Du liegst also völlig reglos da aber anstatt jetzt absolut stillzufahren lässt du plötzlich einen Teil deiner Halsmuskulatur in einem rasenden Tempo kontrahieren

00:00:48: und zwar so richtig schnell

00:00:50: genau dreißig mal pro Sekunde.

00:00:52: Es ist ein enormer Energiezehrender Kraftakt.

00:00:56: Einer, der eigentlich völlig gegen dein Überlebensinstint spricht.

00:01:00: Und exakt das macht eine Katze wenn sie nach einem schweren Unfall schnort.

00:01:04: Ja Wahnsinn oder?

00:01:06: Und damit sind wir eigentlich auch schon mitten in den Quellen, die wir uns für heute vorgenommen haben.

00:01:10: Richtig!

00:01:11: Unser Hauptmaterial heute ist ein Skript mit dem Titel Wissen für jeden Tag folgen neun.

00:01:17: Ein super spannendes Dokument?

00:01:19: Ja

00:01:19: absolut weil was wir darin vorfinden das... demontiert unsere romantische Alltagsvorstellung von der glücklichen Katze auf dem Sofa geradezu komplett.

00:01:29: Das

00:01:29: kannst du laut sagen!

00:01:30: Wir sprechen hier nämlich nicht über ein niedliches Komfortgeräusch, es geht um einen extrem ausgeklügelten biologischen Überlebensmechanismus.

00:01:40: Ein Mechanismus, den nicht nur die Tiermedizin beschäftigt sondern der auch die menschliche Schmerzbewältigung und die Reparatur von Gewebe in ein völlig neues Licht rückt.

00:01:51: Okay, lass uns das mal aufdröseln.

00:01:53: Wir haben da ja alle dieses festgefahrene Bild im Kopf es regnet draußen man sitzt auf dem Sofa die Katze rollt sich auf den Fuß zusammen.

00:02:01: Ja, das klassische

00:02:02: Bild Genau!

00:02:02: Sie schließt die Augen und fängt an zu brummen Und wir interpretieren das intuitiv als... naja als tiefste Entspannung

00:02:09: Was ja auch naheliegend ist Total.

00:02:12: Aber die Quellen ziehen hier sofort eine klare Grenze.

00:02:15: Das Problem ist nämlich nicht dass die Katz in diesem Moment auf dem SOFA nicht entspannt wäre

00:02:19: Das ist ja meistens.

00:02:20: Richtig, das ist sie!

00:02:22: Aber das Problem ist unser Glauben dass dieses Geräusch ausschließlich zu Friedenheit bedeutet.

00:02:28: Und genau da hakt es.

00:02:29: Verhaltensforscher beobachten dieses Paradoxon schon ziemlich lange.

00:02:34: Das Schnurren tritt nämlich extrem zuverlässig auch in Situationen auf In denen Zufriedenheit absolut ausgeschlossen ist.

00:02:41: Zum Beispiel

00:02:42: Naja beim Tierarzt zum Beispiel wenn das Tier offensichtlich panische Angst hat Ah ok Oder bei großen Schmerzen.

00:02:49: Und was ich besonders eindrucksvoll fand, Kätzinnen schnurren oft durchgehend während der Geburt ihrer Jungen.

00:02:55: Echt?

00:02:56: Ja also in einem Zustand maximaler physischer und psychischer Belastung.

00:03:01: Wahnsinn!

00:03:02: Wenn man da kurz drüber nachdenkt ist das eigentlich so als würden wir behaupten ein Lächeln beim Menschen bedeutet immer nur reine Freude.

00:03:09: Das ist eine ziemlich gute Analogie.

00:03:11: ja Ich meine jeder weiß ja dass wir auch lächeln wenn wir peinlich berührt sind oder wenn wir in einer Diskussion extrem unter Druck geraten,

00:03:19: richtig?

00:03:20: Oder eben wenn wir eine bedrohliche Situation irgendwie beschwichtigen wollen.

00:03:24: Das ist oft einfach ein reiner Bewältigungsmechanismus.

00:03:28: Genau so ist es!

00:03:29: Aber wenn wir diese Erkenntnis jetzt auf die Katze übertragen stehen wir vor einem massiven logischen Problem finde ich zumindest.

00:03:36: Inwiefern?

00:03:37: Naja... Wenn dieses Schnurren Ein Werkzeug gegen Schmerz oder Stress sein kann.

00:03:43: Was passiert da eigentlich genau im Körper der Katze?

00:03:46: Ich meine, wie erzeugt ein Tier das vielleicht gerade komplett unter Schock steht überhaupt dieses durchgehende Geräusch?

00:03:54: Ja, das ist faszinierend!

00:03:55: Die Mechanik dahinter war für die Wissenschaft erstaunlich lange.

00:03:59: ein echter blinder Fleck

00:04:00: Wirklich?

00:04:01: Ja, absolut.

00:04:02: Man vermutete früher ganz wilde Dinge von speziellen Strömungen in den Blutgefäßen bis hin zu irgendwelchen ungewöhnlichen Resonanzräumen im Brustkorb.

00:04:12: Blutgefäße okay.

00:04:14: das klingt abenteuerlich!

00:04:15: Ja total.

00:04:16: aber heute wissen wir es besser.

00:04:18: der Ursprung liegt nämlich tief im zentralen Nervensystem.

00:04:22: Es beginnt im Gehirn Und zwar bei einem sogenannten neuronalen Oszillator.

00:04:27: Ein neuronaler Oszcillator, das klingt jetzt eher nach Synthesizer oder Funktechnik als nach Biologie?

00:04:36: Ja der Begriff klingt technisch!

00:04:38: Wie arbeitet sowas in einem biologischen Gehirn?

00:04:42: Am besten lässt sich das vielleicht mit einem Herzschrittmacher vergleichen.

00:04:45: Ah okay... Ein Schrittmacher sendet ja in einem eisernen ununterbrochenen Rhythmus elektrische Impulse aus völlig unabhängig davon, was der Rest des Körpers gerade tut.

00:04:56: Und der neuronale Oszillator im Gehirn der Katze funktioniert dens ähnlich – erfeuert extrem gleichmäßige rhythmische Signale ab!

00:05:05: Die wandern direkt an die Kehlkopfmuskulatur.

00:05:08: Diese Signale zwingen die Muskeln am Kehlkoff und die Stimmbänger dazu sich in rasender Geschwindigkeit anzuspannen und wieder zu entspannen.

00:05:16: Das ist dieses Zucken, das du vorhin meintest.

00:05:18: Genau!

00:05:19: Wir sprechen hier von zwanzig bis dreißig Kontraktionen pro Sekunde.

00:05:22: Dreißig mal pro Sekund... Wahnsinn!

00:05:26: Ich meine wenn ich jetzt versuche mit dem Zeigefinger so schnell wie möglich auf den Tisch zu tippen komme ich vielleicht auch fünf oder sechs Schläge in der Sekunde.

00:05:35: Ja und dann blockiert der Muskel wahrscheinlich?

00:05:37: Genau Dann verkrampft alles

00:05:39: Eben.

00:05:41: Deshalb ist es bei der Katze eine unfassbare Dauerleistung der Muskulatur.

00:05:46: Aber wie wird aus diesem Muskelzucken dann das eigentliche Geräusch?

00:05:50: Der Ton selbst entsteht durch die Atmung.

00:05:52: Wenn die Katze ein- und ausatmet, streicht der Luftstrom an diesen vibrierenen Muskeln vorbei – so wird der Schall erzeugt!

00:06:00: Ah, verstehe...

00:06:01: Und weil dieser Oszillator im Gehirn ununterbrochen feuert, läuft das Schnurren kontinuierlich durch.

00:06:07: also beim Einatmen und beim Ausatmen.

00:06:10: Das ist ja auch das Typische am Schnurron dieses durchgehende Rattern.

00:06:13: Richtig Das unterscheidet es auch völlig vom Miauen.

00:06:17: Wie meinst du das?

00:06:18: Ähnlich wie unsere menschliche Stimme, primär beim Ausatmen durch den Druck auf die Stimmbänder!

00:06:24: Das Schnurren ist ein Dauerbetrieb.

00:06:26: Okay hier wird es für mich jetzt wirklich interessant.

00:06:30: aber genau an diesem Punkt hakt die Logik für mich immer noch gewaltig.

00:06:33: Wieso?!

00:06:34: Naja wir haben ganz am Anfang das Szenario der verletzten Katze angesprochen.

00:06:38: sagen wir eine Katze wird von einem Auto angefahren und liegt am Straßenrand.

00:06:42: Okay, ja.

00:06:43: In so einer extremen Situation gilt doch in der gesamten Biologie nur eine einzige Regel – Energie sparen.

00:06:50: Absolut!

00:06:50: Der Stoffwechsel wird gedrosselt.

00:06:52: Genau.

00:06:53: Der Körper versucht jede verbleibende Ressource in die reine Lebenserhaltung zu pumpen.

00:06:57: Warum um alles in der Welt sollte dieses Tier in so einem kritischen Moment diesen neuronalen Schrittmacher anwerfen?

00:07:03: Das

00:07:04: ist die große Frage.

00:07:05: Ich meine, die Halsmuskeln in diesen energiezehrenden Zustand von dreißig Kontraktionen pro Sekunde zu versetzen kostet doch wahnsinnig viel Kraft.

00:07:13: Das ist doch aus evolutionärer Sicht reiner Selbstmord!

00:07:16: Und exakt dieser scheinbare biologische Widerspruch hat die Forscher dazu gebracht das Phänomen mal abseits der reinen Verhaltensbiologie zu untersuchen.

00:07:25: Also haben sie sich die Mechanik genauer angeschaut.

00:07:28: Genau Sie haben sich die Physik des Schnurrens angesehen was hier faszinierend ist.

00:07:33: Wenn ein Organismus in absoluter Lebensgefahr so unfassbar viel Energie für eine scheinbar nutzlose Aktion aufwendet,

00:07:41: dann muss es einen Grund geben.

00:07:42: Richtig!

00:07:43: Dann muss der unsichtbare Nutzen dieses Kraft-Akts gigantisch sein.

00:07:47: Die Wissenschaftler haben also das Schnurren gemessen.

00:07:49: Einfach den Ton aufgenommen?

00:07:51: Genau die Frequenzen gemessen und zwar nicht nur bei unseren kleinen Hauskatzen sondern über verschiedene Katzenarten hinweg

00:07:57: Also auch bei Großkatzen?

00:07:59: Ja – bei Pumas, Gepaden und Ozelots Und das Resultat war über alle diese Arten hinweg erstaunlich konstant.

00:08:08: Die Frequenzen des Schnurrens liegen fast immer in einem ganz spezifischen Bereich, nämlich zwischen fünfundzwanzig und hundertfünfzig Hertz.

00:08:16: Das ist extrem tief!

00:08:19: Moment da muss ich dringend mal etwas korrigieren was mir bei der Vorbereitung in einem Teil unserer Quellen echt sauer aufgestoßen ist.

00:08:25: Was meinst du?

00:08:26: Da fielen nämlich im Zusammenhang mit diesen Frequenzern plötzlich Ultraschalltherapie.

00:08:33: Das ist physikalisch schlichtweg komplett falsch.

00:08:36: Ich meine, Ultraschild beginnt weit über den menschlichen Hörvermögen also bei etwa zwanzigtausend Hertz.

00:08:42: Stimmt ja!

00:08:43: Das was die Katze da produziert, diese fünfundzwanzig bis hundertfünfzig Herz das ist das absolute Gegenteil.

00:08:49: Das ist tiefer physisch extrem spürbarer Schall.

00:08:53: Teilweise reicht es schon in den Bereich des Infraschalls.

00:08:56: rein Gut dass du das richtig stellst.

00:08:58: Es ist definitiv kein Ultraschall.

00:09:00: Es ist eine niederfrequente mechanische Vibration Und genau diese Niederfrequenz ist in der modernen Humanmedizin alles andere als ein unbeschriebenes Blatt.

00:09:13: In der Orthopädie und der Sportmedizin gibt es das Feld der biomechanischen Stimulationstherapie.

00:09:21: Dort nutzt man Vibrationen im Bereich von exakt twenty- bis fünfzig Hertz, also genau das Spektrum des Schnurrens.

00:09:28: Verrückt!

00:09:28: Und das macht man um Heilungsprozesse im menschlichen Körper gezielt zu beschleunigen.

00:09:32: Warte mal sind diese zwei Dinge wirklich direkt vergleichbar?

00:09:35: Ich kenne die riesige Vibrationsplatten aus der Reha.

00:09:39: Ja, die Power Plates

00:09:40: Genau da steht ein ausgewechselter Mensch drauf.

00:09:43: Das Gerät wiegt locker hundert Kilo und schüttelt den ganzen Körper mit einer enormen Motorkraft durch.

00:09:50: Wie kann eine kleine, drei Kilo schwere Hauskatze mit ein bisschen zuckender Halsmuskulatur einer Amplitude erzeugen die denselben medizinischen Effekt hat wie so eine massive industrielle Maschine?

00:10:03: Das ist ne super Frage.

00:10:05: Der entscheidende Unterschied liegt hier in der Anatomie und der räumlichen Nähe.

00:10:10: Okay

00:10:11: Die Katze muss ja nicht von außen gegen das gesamte Gewicht eines menschlichen Körpers anarbeiten sowie diese Platte

00:10:17: Stimmt.

00:10:18: Die Vibration entsteht tief im Kehlkopf, also direkt am Skelett.

00:10:22: Und Knochen sind herausragende Schall- und Vibrationsleiter!

00:10:26: Ah, verstehe... Das breitet sich im ganzen Körper aus.

00:10:30: Richtig – die twenty- bis fünfzig Harz wandern vom Hals direkt in die Wirbelsäule, in die Rippen und in die Gliedmaßen der Katze.

00:10:39: Das heißt, das gesamte Skelett gerät in Resonanz?

00:10:41: Exakt.

00:10:42: Die Amplitude ist zwar geringer als bei so einer Reha-Maschine aber sie wirkt völlig ungestört von Innen heraus auf das Gewebe ein.

00:10:50: Wir haben also diese permanente mechanische Schwingung die durch das Skelett wandert.

00:10:55: Aber wie genau heilt eine bloße Vibration jetzt einen gebrochenen Knochen?

00:11:00: Das ist der magische Teil.

00:11:02: Die Quellen erwählen den Zellaufbau, aber mir fehlt da irgendwie der mechanische Zwischenschritt.

00:11:07: Wie wird aus einem tiefen Ton plötzlich neues Knochengewebe?

00:11:10: Der Prozess, der hier auf zellulärer Ebene abläuft nennt sich Mechanotransduktion.

00:11:18: Genau!

00:11:19: Das bedeutet dass Zellen tatsächlich in der Lage sind physikalische mechanische Reize zu fühlen und sie dann in chemische Signale zu übersetzen.

00:11:28: Zellen können fühlen

00:11:30: In gewisser Weise ja.

00:11:31: Knochen sind kein totes Baumaterial, die passen sich ständig an!

00:11:36: Wenn du zum Beispiel joggen diest oder Krafttraining machst, sorgt die Erschütterung bei jedem deiner Schritte für eine winzige mechanische Belastung auf deine Knoche.

00:11:46: Das leuchtet ein?

00:11:47: Die knochenaufbauenden Zellen, die nennt man Osteoblasten, registrieren diesen Druck.

00:11:53: Sie interpretieren diese Erschüttelung als klares Signal...

00:11:57: Aha nach dem Motto hier passiert was

00:11:59: Genau Das Signal heißt.

00:12:01: Achtung, hier findet starke Belastungsstadt.

00:12:04: Wir müssen das Gerüst verdichten damit nichts bricht und dann beginnen sie mehr Calcium einzulagern.

00:12:10: der Knochen wird stärker

00:12:11: dass ja genau des Prinzip warum Astronauten im all massiv an Knochendichte verlieren.

00:12:15: exakt

00:12:16: es gibt keine Schwerkraft keine Erschüttenungen beim Laufen.

00:12:19: die Ostoblast werden quasi arbeitslos weil der mechanische Reiz fehlt und der knochen baut ab.

00:12:24: perfektes Beispiel.

00:12:26: Und wenn unsere verletzte Katze nun regungslos in der Ecke liebt, fehlt ihr ja genau diese Belastung durch Bewegungen.

00:12:33: Sie kann nicht joggen gehen um den Knochenaufbau zu triggern?

00:12:37: Okay und hier kommt jetzt das Schnurren ins

00:12:39: Spiel.

00:12:40: Richtig!

00:12:41: Genau hier greift das Schnuren ein.

00:12:43: Diese Vibration simuliert auf zellulärer Ebene einfach die physische Belastungen von Bewegungen.

00:12:50: Die Ostioblasten spüren diese twenty- bis fünfzig Herz, die durch den Knochen wandern und werden gewissermaßen ausgetrickst.

00:12:58: Sie denken, die Katze bewegt sich?

00:12:59: Ganz genau!

00:13:01: Die Vibration verformt die Zellwende mikroskopisch klein, die Zelle wandelt diesen mechanischen Reiz in einen chemischen Befehl um und beginnt massiv mit dem Knochanaufbau – und das obwohl das Tier völlig ruhig liegt….

00:13:14: Das ist unfassbar...

00:13:15: Das Gewebe wird repariert, die Knochenlicht nimmt zu und Brüche heilen deutlich schneller.

00:13:20: Also was bedeutet das alles?

00:13:23: Eine schnurrende Katze macht nicht nur ein Geräusch – das ist im Grunde eine eingebaute vollautomatische Physiotherapie auf Zellebene.

00:13:33: Besser kann man es nicht zusammenfassen!

00:13:35: Wenn man sich das mal vor Augen führt dann löst sich auch das große Rätsel auf warum die Evolution sowas Verrücktes überhaupt zulässt.

00:13:43: Ja

00:13:44: Die verbrauchte Energie für diese dreißig Muskelkontraktionen am Kielkopf ist gar kein Verschleiß, es ist eine Investition.

00:13:52: Die Katze tauscht kurzfristig Kalorien gegen eine massiv beschleunigte Knochenheilung

00:13:58: Und wenn man sich den evolutionären Kontext ansieht macht das bei Katzen auch ganz besonders viel Sinn.

00:14:03: Warum?

00:14:04: Naja nimm mal Hunde als Vergleich.

00:14:07: Hunde sind Rudeltiere.

00:14:08: Wenn ein Wolf oder Wildhund sich das Bein bricht, wird er oft vom Rudel mit versorgt.

00:14:13: Ah!

00:14:14: Der wird beschützt und kriegt Futter.

00:14:16: Richtig – bis er eben geheilt ist.

00:14:18: Aber Katzen sind solitäre Jäger.

00:14:21: Einzelgänger.

00:14:22: Stimmt.

00:14:22: Für einen Einzel- gänger ist ein gebrochenes Bein eigentlich ein absolut sicheres Todesurteil

00:14:28: weil niemand für ihn jagen geht.

00:14:30: Genau, es sei denn er verfügt über einen Mechanismus der ihn in absoluter Rekordzeit wieder auf die Beine bringt.

00:14:37: Das ist ein hervorragender Vergleich!

00:14:39: Diese evolutionäre Anpassung zeigt sich ja auch bis heute in den Tierarztpraxen.

00:14:43: Ja total!

00:14:45: Tierärzte wissen aus Erfahrung dass Katzenbrüche im Durchschnitt unkomplizierter und viel schneller heilen als Frakturen bei Hunden.

00:14:52: das ist echt faszinierend.

00:14:54: Und es geht noch weiter.

00:14:55: Alte Katzen leiden signifikant seltener an Verschleißerscheinungen wie Arthrose oder Gelenkproblemen.

00:15:02: Sie erhalten sich durch diese regelmäßige, interne Mikrostimulation buchstäblich ein Leben lang eine viel höhere

00:15:09: Knochendichte.".

00:15:10: Da bekommt dieses alte Sprichwort das eine Katze sieben oder neun Leben hat plötzlich einen richtig handfesten wissenschaftlichen Kern.

00:15:18: Das kann man so sagen...

00:15:20: Jeder kennt ja diese wilden Geschichten von Katzen, die aus absurden Höhen stürzen, hart aufschlagen sich in irgendeine dunkle Ecke verkriechen und ein paar Tage später einfach wieder munter herumlaufen.

00:15:31: Genau solche Fälle gibt es immer wieder!

00:15:34: Sie verfallen nach so einem Sturz eben nicht nur in einen passiven Schockzustand sie rollen sich zusammen schalten diesen neuronalen Oszillator ein und reparieren ihr eigenes Skelett

00:15:45: Wobei diese physische Reparatur des Skeletts eigentlich nur die halbe Wahrheit ist.

00:15:50: Da kommt noch mehr!

00:15:51: Ja?

00:15:52: Das Schnurren in Stress- oder Schmerzsituationen, ist ein biologisches Doppelpaket.

00:15:58: Okay was ist die zweite Komponente?

00:16:00: Wir haben die mechanische Komponente also diese Mechanotransduktion für den Knochenaufbau, die wir gerade besprochen haben.

00:16:07: Gleichzeitig gibt es aber auch eine chemische Kmponente.

00:16:10: Eine chemische?

00:16:12: Der bloße Akt des Schnurrons – diese Rhythmik Triggert im Gehirn der Katze die massenhafte Ausschüttung von Endorphin.

00:16:20: Ah, Glücksformone!

00:16:22: Und vor allem körpereigene Schmerzmitteln.

00:16:24: Endorphine binden nämlich an dieselben Rezeptoren im Gehören wie Morphine.

00:16:29: Oha!

00:16:30: Das bedeutet während diese Frequenzen – von twenty fünf bis hundertfünfzig Hertz den Körpermechanisch reparieren flutet das Gehirnen gleichzeitig den Organismus mit körpereigenen Opiaten um den akuten Schmerzzabzustellen

00:16:45: Damit das Tier nicht durchdreht.

00:16:47: Genau, um das zentrale Nervensystem vor dem Kollaps zu bewahren!

00:16:50: Okay... Wenn man jetzt auf sein Sofa schaut und sieht wie die Katze da liegt und brummt, denkt man sie sei einfach nur faul?

00:16:57: Ja meistens denkt man das.

00:16:58: In Wirklichkeit bedient sie gerade eine unfassbar komplexe Schnittstelle aus neurologischer Schmerzkontrolle und cellulärer Biomechanik.

00:17:05: Da ist es wirklich faszinierend.

00:17:07: Ist es Aber?

00:17:08: unsere Quellen gehen hier noch einen entscheidenden Schritt weiter Und das bringt uns direkt zu dir unserem Zuhörer.

00:17:15: Warum ist das alles für dich überhaupt wichtig?

00:17:17: Eine gute Frage!

00:17:18: Dieser

00:17:19: Mechanismus bleibt nämlich nicht unter der Haut der Katze gefangen.

00:17:22: Richtig?!

00:17:22: Nein, überhaupt nicht und das ist das was man als Symbiose-Effekt bezeichnen könnte.

00:17:28: Die Forschung hat sich intensiv damit beschäftigt, was eigentlich passiert wenn ein Mensch sich in direkter Nähe zu einer schnurrenden Katze aufhält.

00:17:36: Weil

00:17:36: Schallwellen sich hier ausbreiten?

00:17:37: Richtig!

00:17:38: Schallwellen und mechanische Vibrationen scheren sich nicht um Speziesgrenzen.

00:17:43: Diese fünfundzwanzig bis fünfzig Herz übertragen sich natürlich auch auf die direkte Umgebung.

00:17:48: Logisch Wenn du also eine Schnurrindekatze auf dem Schoß hast und sie streichelst, überträgt sich die Frequenz direkt auf deinen eigenen Körper.

00:17:55: Das ist ja auch ganz deutlich spürbar.

00:17:58: Jeder gern mal eine Katze gestreichelt hat, weiß das?

00:18:01: Wenn man die Hand an den Hals oder auf dem Brustkorb der Katze legt, vibriert ja die gesamte Hand!

00:18:07: Ja, man fühlt es richtig.

00:18:08: Oft spürt man dieses tiefe Brummen sogar durch die eigene Kleidung hindurch – also auf dem Bauch oder den Oberschenkeln.

00:18:15: Genau und unser menschlicher Körper reagiert auf diese physikalischen Reize fast augenblicklich.

00:18:21: wie genau?

00:18:22: Messungen zeigen ganz eindeutig, dass das Streicheln einer schnurrenden Katze unmittelbare Auswirkungen auf das menschliche Nervensystem hat.

00:18:30: Genauer gesagt wird der Parasympathikus aktiviert!

00:18:33: Der Parasympathikus, das war der Gegenspieler zum Fluchtreflex oder?

00:18:37: Richtig.

00:18:38: Das ist der Teil unseres vegetativen Nervensystems... ...der den Körper aus diesem gestressten Kampf- oder Fluchtmodus herausholt und uns regelrecht in den Ruhe- und Erholungsmodus versetzt!

00:18:49: Und der Stresshormone wie z.B.

00:18:50: Cortisol nimmt in unserem Blutkreislauf rapide

00:18:54: ab.

00:18:54: Wir werden durch die bloße physische Nähe zu dieser Frequenz biochemisch gezwungen, uns zu entspannen

00:19:01: So könnte man es ausdrücken.

00:19:02: ja

00:19:03: Wenn man also abends völlig überdreht und gestresst von der Arbeit kommt, ist die Katze auf dem Sofa weit aus mehr als nur ein flauschiges Haustier.

00:19:11: Sie agiert in dem Moment wie ein biologischer, völlig kostenloser Stressblocker.

00:19:17: Und die Wirkung ist medizinisch absolut belegbar!

00:19:19: Wenn

00:19:20: wir das alles noch einmal Revue passieren lassen haben wir heute wirklich eine ziemliche Reise hinter uns gebracht.

00:19:26: Allerdings... ...wir

00:19:27: haben angefangen mit dieser naiven Annahme dass eine schnurrende Katze einfach nur glücklich ist.

00:19:33: Dann haben wir gesehen, dass dieser neuronale Oszillator die Halsmuskeln dreißig Mal pro Sekunde kontrahieren lässt selbst bei massiven Verletzungen.

00:19:42: Ein unglaublicher Mechanismus!

00:19:44: Dann haben Wir das angebliche Ultraschallrätsel in handfeste Niederfrequenz übersetzt und wir Haben gelernt wie Michanotransduktion Die osteoblasten austrickst um Knochen einfach im Liegen heilen zu lassen.

00:19:56: Richtig

00:19:57: Wir haben verstanden, warum alte Katzen so selten Arthose haben und wie uns diese Vibrationen ganz nebenbei noch helfen unseren eigenen Blutdruck zu senken.

00:20:05: Das ist schon ein massives Paket an Erkenntnissen.

00:20:07: Absolut!

00:20:08: Und wenn wir das mit dem großen Ganzen verbinden, drängt sich zum Abschluss eigentlich noch einen ziemlich provokanter Gedanke auf... Oh

00:20:15: da bin ich gespannt,

00:20:16: hau raus!

00:20:17: ...wir wissen jetzt im Detail, wie diese fünfundzwanzig bis fünfzig Herz-auf-zellulärer Ebene Gewebe reparieren und das Nervensystem beruhigen?

00:20:26: Ja

00:20:27: Was hindert uns Menschen eigentlich daran, diese Biologie in der Humanmedizin konsequent technisch zu replizieren?

00:20:33: Wie meinst du das?

00:20:35: Künstliche Katzen?

00:20:36: Nicht ganz!

00:20:38: Stell dir vor wir würden künstliche tragbare Schnurregeneratoren entwickeln.

00:20:43: Okay

00:20:44: Keine riesigen Vibrationsplatten mehr im Reha-Zentrum, wo man extra hinfahren muss.

00:20:48: Sondern kleine flache Wearables.

00:20:51: Ah wie so ein Pfasta!

00:20:52: Genau die man sich nach einem Knochenbruch eine Muskelfaseres oder einer schweren Operation einfach direkt auf die Haut klebt.

00:20:59: Wahnsinn... Diese Pads würden exakt das tiefe rhythmische Brummen einer Katze emitieren.

00:21:06: Das würde uns Menschen eine permanente mobile Heilungstherapie direkt am Körper ermöglichen.

00:21:13: Die Natur hat den perfekten Bauplan für diese Form der Zellregeneration ja bereits geschrieben.

00:21:17: Wir müssten ihn im Grunde nur noch als Blaupause für unsere eigene Technologie nutzen.

00:21:22: Exakt!

00:21:22: Hünstliches Katzenschnurren auf Rezept zum Aufkleben.

00:21:26: Das ist eine absolut brillante Idee und ein Gedanke, der unsere Sicht auf medizinische Therapien wirklich nachhaltig verändern könnte.

00:21:33: Da lässt sich definitiv noch lange drüber nachdenken.

00:21:35: Auf jeden Fall

00:21:36: Damit sind wir aber auch schon am Ende unserer heutigen gemeinsamen Erkundung angekommen.

00:21:40: Ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken für deine Zeit, deiner Aufmerksamkeit und dafür dass du dich heute mit uns in die komplexe Mechanik dieses alltäglichen Wonders begeben hast.

00:21:49: Auch

00:21:49: von mir ein großes Dankeschön fürs Zuhören!

00:22:06: wirst du dieses wohlige Brummen ab heute mit ganz neuen Augen und Ohren wahrnehmen.

00:22:11: Da bin ich mir auch sicher!

00:22:13: Es ist eben keine simple Zufriedenheit, sondern eine echte biologische Meisterleistung.

00:22:18: Bis zum nächsten Mal.

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